Mit Hilfe neuer Technologien werden immer leistungsfähigere Flachbildschirme kreiert, die den schwergewichtigen und voluminösen Bildschirmen in Fernsehgeräten und Computermonitoren in immer stärkerem Maße Paroli bieten.
Ja – flache Bildschirme sind längst ein weltweiter Verkaufsschlager geworden. Der Trend geht einfach weg von großvolumigen Monitoren, die den Schreibtisch versperren, oder von Fernsehgeräten, die allein durch ihre massige Präsenz das Wohnzimmer beherrschen. Nachdem die Computer, ob mobil oder stationär, bereits fest in der Hand der „Flachen“ sind, rollen diese nun zunehmend auch den Markt der TV-Geräte auf. Deshalb wachsen die Umsätze in diesem Geschäftssegment nach Analysen von iSuppli und Stanford Resources um etwa 14 Prozent pro Jahr.
In absoluten weltweiten Zahlen bedeutet das einen Anstieg für Display-Komponenten von 52 Milliarden Dollar im Jahr 2002 auf rund 88 Milliarden Dollar in 2006. Noch sind die Dünnfilmtransistor-Liquid Cristal Displays (TFT LCDs) die deutlich dominierende Technik, ihr Anteil am gesamten Display-Markt steigt von 44 Prozent (2002) auf 57 Prozent in 2006. Aber die Organischen Leuchtdioden (Organic Light Emitting Diodes, OLEDs), die auf Polymeren beruhen, sind stark im Kommen: Sie stellen die mit Abstand am stärksten wachsende Display-Technologie – mit einer Rate von 79 Prozent!
Allerdings findet dieses Wachstum in erster Linie zunächst bei kleinen Anwendungen wie Handys und Gameboys, Kameras oder Systemen im Automobil statt. Deshalb haben in einer Prognose von Stanford Resources für 2006 die OLEDs erst einen Anteil am gesamten Flachdisplay-Geschehen von gerade einmal zwei Prozent. OLEDs sind die Materialien für die Displays von übermorgen. Die Hauptanwendungsgebiete bilden zunächst die Bereiche Handys (inkl. Subpanels) mit einem Marktanteil von über 50 Prozent, PDAs (rund 16 Prozent), Digitalkameras und Camcorder.
“Bereits über 100 Elektronik-Unternehmen weltweit entwickeln OLED-Display-Technologien, um einen Markt zu bedienen, der sich jährlich mehr als verdoppelt“, erklärt Prof. Dr. Michael Heuken, Vizepräsident für Forschung & Entwicklung bei AIXTRON AG (Aachen). AIXTRON ist nach Angaben von VLSI Research Inc. Weltmarkt- und Technologieführer bei Halbleiter-Epitaxieanlagen zur Herstellung für Verbindungs-Halbleiter mit einer installierten Basis von über 650 Systemen – also ein echtes „Schwergewicht“, dessen Aussagen eine entsprechende Bedeutung zukommt. Nach Prognosen der Marktforscher von Display Search, wird dieser OLED-Markt im Jahr 2007 bereits ein Volumen von 2,8 Milliarden US-Dollar haben, was mit der Aussage von Stanford Resources (1,8 Milliarden Dollar für 2006) durchaus korrespondiert. Auch eine vergleichbare Zahl von Arbeitsgruppen an Universitäten und in Forschungsinstituten beschäftigt sich intensiv damit, die Grundlage von Organischen Leuchtdioden zu erforschen, weiter zu entwickeln und einer kommerziellen Nutzung zuzuführen. Kein Zweifel, dass das innovative Polymermaterial zu den spannendsten Forschungsgebieten an der Schnittstelle zwischen Chemie und Elektronik gehört.
Die Organischen Leuchtdioden erzeugen Licht direkt aus elektrischem Strom. Dieses Phänomen wird als Elektrolumineszenz bezeichnet. Die Leuchtdioden bestehen aus Nanometer dicken Schichten organischer Halbleiter und organischer Farbstoffe. Je nach ihrer chemischen Struktur können sie Licht in allen sichtbaren Farben erzeugen. Diese Materialien werden zwischen zwei elektrische Kontakte eingebettet. Wenn Strom durch das Bauelement fließt, geben die elektrischen Ladungsträger ihre Energie an die organischen Moleküle ab, die diese wiederum in Licht umwandeln.
Bedingt durch ihre Funktionsweise sind OLEDs energiesparender als Flüssigkristalldisplays (LCDs) und deshalb besonders auch für mobile Anwendungen geeignet. Ihre gute Farbsättigung und der große Betrachtungswinkel machen sie besonders ergonomisch. Die organischen Farbstoffe lassen sich großflächig auf leichte und flexible Träger wie z.B. Kunststofffolien aufbringen.
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